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Chronik * Eisenkaute * Wilde Frau * Engelsburg * I A Weckezoaa

I A Wckezoaa

...oder wie die Weickartshainer zu unfreiwilligem Ruhm gelangten

Im Volksmund heißen die Weickartshainer die "Esel" und auf einem Schild, das vor Jahren anlässlich des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden" am Ortseingang aufgestellt wurde, war ein Esel an einem Brunnen abgebildet und darunter stand der Spruch:

„I A WECKEZOAA"

zu lesen.

Wie kamen die Weickartshainer zu diesem Spottnamen ?

Weickartshainer Hirsch (Zeichnung von Karl-Heinz Hartmann)
"Weickartshainer Hirsch"
(Zeichnung von Karl-Heinz Hartmann)

Schuld daran ist eine angeblich wahre Begebenheit, die sich vermutlich in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zugetragen hat (eine exaktere Datierung ist nicht in Erfahrung zu bringen). Jedenfalls war es zu einer Zeit, als Weickartshain noch dichter als heute vom Wald umschlossen war und der "Höllersborn" an der Läuterer Straße direkt am Waldrand lag.

Den Anlass zur Namensgebung gaben eigentlich nicht "die Weickartshainer" schlechthin, sondern vielmehr lediglich zwei von ihnen - der ortsansässige Förster und sein Jagdgehilfe. Beide verschmähten, wie berichtet wird, einen guten Tropfen nicht, im Gegenteil, sie sprachen oft, gerne und reichhaltig auch während des Dienstes alkoholischen Getränken zu.

Ein weiterer Beteiligter an der Namensgebung, wenn auch nur indirekt und äußerst unfreiwillig, war der Müller der bei Lauter gelegenen Bingmühle.

Dieser Müller hatte einen Esel, ein ausgesprochen kluges Tier, dessen Aufgabe darin bestand, gefüllte Kornsäcke bei den Bauern der umliegenden Dörfer zu holen und zur Mühle zu transportieren.

Wie bereits erwähnt war dieser Esel sehr klug und brachte es fertig, ohne irgendeine Begleitung seine Aufträge zu erledigen. Er ging also alleine in die Dörfer, ließ sich dort die Getreidesäcke auf den Rücken laden und brachte diese auch alleine in die Mühle.

An einem heißen Augusttag begab er sich auf den vertrauten Weg nach Weickartshain, um dort eine Ladung Korn zu holen. Das Grautier stapfte den leicht aber stetig ansteigenden Weg durch den Wald. Kurz vor seinem Ziel verspürte es heftigen Durst und leistete sich einen kurzen Abstecher zum Höllersborn am Waldrand, aus dem die Weickartshainer noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts ihr Trinkwasser bezogen.

Auf dem nördlich über dem Höllersborn liegenden Hügel, etwas vom Ortsrand entfernt, stand das Forsthaus (es steht auch heute noch dort, dient allerdings nicht mehr als Forsthaus). Dort, in der guten Stube des Hauses, saßen der Förster und sein Jagdgehilfe bei einer Kanne Bier und einigen Schnäpsen und verrichteten ihren Dienst, indem sie gelegentlich einen Blick durch das Fernglas über ihr Jagdrevier schweifen ließen.

Bei einem dieser "Pirschgänge" zuckte der Jagdgehilfe plötzlich zusammen.

Ganz deutlich hatte er zwischen den Bäumen am Höllersborn ein großes vierbeiniges Tier sich bewegen sehen. Da es zu dieser Zeit noch reichlich Hirsche in den hiesigen Wäldern gab, konnte es sich seiner Meinung nach nur um einen solchen handeln. Somit rief er erfreut aus:

"ei, do onne oam Höllerschboarn, do stitt joa en Hirsch !"

 

Zeichnung von Karl-Heinz Hartmann
Zeichnung von Karl-Heinz Hartmann

und löste damit bei seinem Chef größte Regsamkeit aus. Bierkannen und Schnapsgläser wurden hastig zur Seite geschoben, die Büchse mit Pulver und Kugel gefüllt, Jagdtasche und Pulverhorn umgehängt, der Hut aufgesetzt und ab gings im Trab zum nahen Höllersborn. Tatsächlich, da stand - etwas verdeckt durch den Uferbewuchs - ein großes Tier am Teich und war offensichtlich so in das Saufen vertieft, daß es die herannahenden Jäger gar nicht bemerkte. Diese warfen im Jagdfieber die Büchse auf die Gabel, zielten ausgiebig und drückten ab.

Es krachte und blitzte und der vermeintliche Hirsch brach getroffen zusammen. Wie groß war die Enttäuschung der beiden Waidmänner, als sie entdeckten, was sie da geschossen hatten - es ist zu vermuten, dass sie schlagartig nüchtern wurden.

Wie der Bingmüller auf den Verlust seines klugen Esels reagiert hat, ist nicht überliefert - es war wohl auch nicht besonders erfreulich.

Trotzdem, keine Freude ist schöner als die Schadenfreude und das Spottverslein, das in kürzester Zeit die Runde machte, hat sich bis zum heutigen Tage gehalten:

„I A Weckezoaa

oam Höllerschborn

do leit en Hirsch

en hot kee Horn!“

Auszug aus: „Ein sagenhafter Spaziergang rund um Weickartshain“ von Karl-Heinz Hartmann (Kulturring Weickartshain 1996)

 

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